Gegenwartsfußball und Powerfußball: Andere Unterschiede

Gegenwartsfußball und Powerfußball: Andere Unterschiede

Spielerauswahl

Gegenwärtig: Top Spieler werden für viel Geld gekauft, was die meisten Vereine finanziell stark belastet.  Man hofft zwar auf Stars aus dem eigenen Nachwuchs, aber diese bestehen selten den Test der Zeit.  Obwohl der DFB über sechs Millionen aktive Spieler hat, mehr als fast jedes andere Land, ist es eigentlich ein Armutszeugnis für das eigene Trainingsprogramm, dass die meisten Spieler gekauft werden müssen.  Auch werden Spieler für bestimmte Positionen gekauft, gleich, ob sie zu Mitspielern passen oder nicht.  Sie müssen sich sofort beweisen, um ihre Kaufsumme zu rechtfertigen, was, der vielen anfänglichen Hindernisse wegen, gar nicht geht.. Sprachschwierigkeiten werden ignoriert. So können die Neuen nie effektive Teamspieler werden, denn sie müssen zu allererst sich selbst darstellen, um ihren Wert zu beweisen. Sie kümmern sich nicht viel um ihre Mitspieler, und diese nicht um sie, denn beide Parteien können sich meist nur schwer verständigen.

Powerfußball: Wie in allen professionellen Bereichen, werden auch im Powerfußball wahre Spitzenspieler „gemacht“, nicht gekauft. Schnelle, spritzige, zähe, intelligente Spieler werden gesucht, ausgewählt nach bestimmten psychologischen Neigungen. Wichtig ist, dass sie keine vorherigen Fußballerfahrung haben, da sie sonst für den Powerfußball nicht geeignet sind.  Nie wird ein Spieler dazugekauft, es sei denn, er ist ein Powerfußballer, da er sich nicht nahtlos eingliedern kann. Auch das ist höchst unwahrscheinlich, denn das eigene Trainingsprogramm kann aus jedem jungen Mann, oder Frau, einen Spitzenspieler machen.

Spielerlehrzeit

Gegenwärtig: Spieler werden gekauft und spielen sofort.  Sie nehmen am regulären Training teil. Spieler aus der eigenen Jugend werden ausprobiert, oft bei Freundschaftsspielen, im Training oder gegen schwache Gegner eingesetzt, um zu sehen, ob sie überzeugen können.  Ihr fußballerisches Wissen lernen sie im Laufe ihrer jungen Jahre von den verschiedenen Jugendtrainern.

Powerfußball: 22 junge Spieler, die aus der Umgebung des Vereins kommen, durchlaufen eine dreijährige Ausbildung, eine Art Lehre, gefolgt von einer zweijährigen Meisterzeit.  Sie verfolgen also eine Karriere. Sie arbeiten 50 bis 70 Stunden die Woche an ihrem Beruf. Sie frühstücken zusammen und essen gemeinsam zu Mittag und Abend. Während der ganzen Lehrzeit, die Meisterjahre hindurch, und der Profi Karriere, bis zum Karriere Ende, bleiben sie zusammen. So wachsen sie automatisch zu einem engen Team zusammen, das ihresgleichen sucht.

Taktik

Gegenwärtig: Das Taktik, z.B. 4-3-3, 4-4-2, wird in den Medien vor dem Spiel bekannt gegeben??? Die Taktik, die dem Klub einen Vorteil gibt, wird vor dem Spiel veröffentlicht, damit der Gegner sich auf sie einstellen kann????), basiert auf Positionsfußball, ist uralt, überholungsbedürftig und langweilig. Das System ist dafür verantwortlich, dass das Spiel so voraussehbar und einfallslos ist. Die mechanische Taktik fesselt die Spieler und ist dafür verantwortlich, dass so wenig Tore fallen und dass sich kein schönes, schnelles Spiel entwickeln kann.  Die Dreier  Taktik wird zumeist auf dem Spielplatz geübt, was wenig bringt, denn, was oberflächlich geübt wird, enttäuscht in der Wirklichkeit. Typischerweise erhalten Spieler in den Top Vereinen schriftliche Rollenbeschreibungen, in denen ihnen genau aufgeführt wird, welcher Raum ihnen zugeschrieben ist, bei Angriff und Verteidigung, und wo sich ihre Räume mit denen ihrer nächsten Mitspieler überschneiden. In anderen Worten, sie lernen eine Minitaktik auswendig, die nur für „ihren“ Raum gilt. Die Elf Spieler müssen also zwei taktische Systeme lernen, ein Minisystem, das ihren Raum abdeckt, und ein Spielsystem, das für alle gilt. Sie können sich die Anzahl der Konflikte selbst vorstellen, die daraus entstehen.

Powerfußball: Im Powerfußball ist jeder Spieler zugleich Verteidiger und Angreifer.  Das taktische Prinzip ist organisch, basiert auf Raum und Zeit. Jeder Spieler steht zu jeder Zeit optimal zum Spiel. Das ist das Trainingziel der Taktik. Um dieses Ziel zu vermitteln, verbringen die Spieler jeden Arbeitstag ein bis zwei Stunden im Seminarraum, um die organische Taktik zu übern (Einzelheiten finden Sie auf der Webseite).

Torschuss

Gegenwärtig: Die Torausbeute ist mager. Warum? Spieler, auch Top Stars, haben es nicht oft und lange genug geübt, Tore zu schießen. Einige Stars schießen zwei oder drei Mal im Jahr spektakuläre Tore. Den Rest der Zeit, schießen sie den Ball hoch in den Himmel, oder in die Arme des Torwarts. Torwarte scheinen überhaupt eine große Anziehungskraft zu haben. Der Grund für die torarmen Ergebnisse ist, dass Spieler die Technik des Schießens nie richtig gelernt haben.  Auch wird das Tore Schießen nur mäßig geübt. Typisch, steht der Co-Trainer steht an der Seite des 16 Meterraums und spielt den Spielern den Ball zu, die ihn dann aufs Tor schießen. Wie es Maradonna beim Training in SA vorgemacht hat. Man trainiert, wie es gerade kommt, ohne System, ohne Technik, ohne Sinn und Verstand, ohne Wirkung, also aufs Geratewohl.

Powerfußball: Mit ausgefeilten Techniken schießen die Spieler täglich beidbeinig mindestens 250 mal aufs Tor. Dazu kommen besondere mentale Trainingsmethoden, so dass ein Powerfußballspieler etwa 100.000 mal im Jahr aufs Tor schießt. Die Anzahl der Tore, die er jeden Tag erzielt, erhält er, wenn seine halbe Stunde Training abgelaufen ist, automatisch vom Computer. Durch das Chi Konzept wird der Ball zusätzlich mit doppelter Kraft geschlagen. Kurz, jeder Spieler wird aus 30 oder 40 Metern denn Ball beidbeinig so aufs Tor schmettern können, dass jeder zweite Schuss in ein Tor resultiert.

Pass

Gegenwärtig: Das Passspiel, dass die Spieler jedes Wochenende vorführen, ist nicht gerade überwältigend. Viele Pässe kommen nicht an, insbesondere Steilpässe. Querpässe werden oft so hochgeschlagen, so dass der Mitspieler Schwierigkeiten hat, den Ball unter Kontrolle zu bringen. Fehlpässe sind die Folge, oft die Norm. Wie so etwas im bezahlten Profi-Fußball vorkommen kann ist eigentlich unverständlich. Selbst Rückpässe zum Torwart kommen selten genau an. Es zeigt wieder einmal, das Wesentliches im gegenwärtigen System nicht geübt wird. Daher das langweilige Hin und Her Geschiebe der Bälle in der eigenen Hälfte ohne Gegner.

Powerfußball: Auch die Technik der Passes mit der Innenseite wird für einige Wochen im Seminarraum geübt, bis der Spieler sie voll beherrscht. Dann übt der Spieler den Pass jeden Arbeitstag ungefähr 300 mal pro Tag in der Schusshalle. Dazu kommen 200 mental gespielte Pässe, die nachgewiesen den gleichen Effekt wie aktuelle Pässe haben. Das ergibt 500 Pässe pro Tag, oder eine halbe Million in den 5 Lehrjahren.. Das Resultat: Pässe, die immer flach gehalten werden, kommen fast immer haargenau am Fuß oder in den Lauf des Mitspielers an. Dazu ist das Spiel im Powerfußball nach vorn gerichtet. Pässe sind also Steilpässe. So wird es üblich sein, Spieler mit einem oder zwei Steilpässen in Torschussposition zu bringen, von wo sie dann abziehen können. So wird die Torquote in jedem Spiel hoch sein.

Täuschung

Gegenwärtig: Sogar als Zuschauer weiß man fast immer, wo der nächste Pass hingeht. Er wird durch Körperhaltung angedeutet. Daher kommt der Ball oft nicht an, denn der Gegner kann sich ebenfalls leicht ausrechnen, wo der Ball hingehen wird. Das Gleiche gilt für den Torschuss. Auch der Torwart weiß meistens, wo der Ball hingeschossen wird.

Powerfußball: Immer, bei jeder Ballabgabe, wird getäuscht! Der Gegner wird also laufend überrascht. Er wird sich daher nicht auf die Richtung des nächsten Passes oder Schusses einstellen können.Will ein Spieler nach links passen, verlagert er Haltung und Sichtweise nach rechts. Das gilt für alle Bewegungen, auch für Elfmeter, Einwürfe, Standardsituationen.  Sun Tsu (ca. 500 v. Chr.) ist der Meister der Täuschungsmanöver. Es lohnt sich, seine vielen Manöver zu studieren (sie sind im Internet unter powerfußball.net aufgeführt). Es gibt viele davon. Die Aufgabe der Spieler ist, sie dem Fußball anzupassen, sie auswendig zu lernen, und  sie optimal einzusetzen. Das Ziel ist, den Gegner laufend zu überraschen, d.h., sein Reaktionsvermögen zu verzögern.

Drittäugig sehen

Gegenwärtig: „Drittäugig sehen“ ist ein Ausdruck, der besagt, dass ein Spieler eigentlich drei Augen braucht (ein Seitwärtsauge), um zu jeder Zeit das Spielgeschehen – wer wo steht, und wie er daher selbst stehen muss – zu überschauen. Das können gegenwärtig nur wenige Spieler, wenn, dann auch nur zeitweilig, in „klaren Momenten“.  Hat man keine Übersicht, kann man den Ball nicht optimal weiterleiten. Routinierte Spieler, wie Henri, Ronaldinho oder Zidane (alle intuitive Spieler) haben häufig, aber nicht immer, diese Übersicht, weil sie diese Fähigkeit nicht lernen mussten, weil sie in ihnen schlummert. Das Gros der Spieler verlässt sich auf nur zwei Augen.

Powerfußball: Um die organische Taktik anwenden zu können, muss ein Spieler „drittäugig“, also drei-dimensional, basiert auf Raum und Zeit, sehen lernen. Auf dem Spielfeld ist die Frage immer die gleiche: „Wenn ich jetzt den Ball bekomme, wie kann ich ihn im Schnellpass (one touch) so weitergeben, dass mein Pass (a) direkt zum Torschuss führt oder (b) ich ihn zu dem Mitspieler weitergeben kann, der am besten steht, um zum Torschuss zu kommen. Jeder Spieler muss also total konzentriert sein, über 90 Minuten, und nicht nur an seinen eigenen ideal-gespielten Pass denken, sondern, in der zweiten Stufe, auch blitzschnell einschätzen, welcher Spieler den Pass am besten verwerten kann. Das hört sich kompliziert an, kann aber mit der Zeit leicht gelernt werden. Lernen alle Spieler drittäugig zu spielen und sehen, wird das Spiel ganz anders aussehen:  alle Aktionen werden blitzschnell ausgeführt, so dass der Gegner gar nicht zum Denken und zum Reagieren kommt.

Standardsituationen

Gegenwärtig: Ein hoher Prozentsatz der Tore kommt durch Standardsituationen zustande.  Das ist eigentlich ein (unbewusstes) Armutszeugnis für das taktische System.  Ein guter Teil des Trainings wird mit dem Üben von Standardsituationen verbracht. Das sind hauptsächlich Strafstöße in Tornähe und Strafstöße, die von weit weg in den Strafraum geschossen werden, in der vagen Hoffnung, dass irgendjemand daraus ein Tor zaubern kann.. Direkte Schüsse in Tornähe führen schätzungsweise in einem von fünf Fällen zum Tor, Flanken in den Strafraum in einem von zehn Fällen. Den Ball einfach hoch in den Strafraum zu schießen und aufs Beste zu hoffen, ist eben nicht sehr erfindungsreich. Aber so machen es alle Vereine. Das nennt man Glücksfußball, denn nichts ist herausgespielt, alles ist auf Hoffnung basiert.

Powerfußball: Im Powerfußball werden Standardsituationen wie Torschüsse behandelt.  Maximierung der Torschusschance ist das Anliegen. Alle Strafstöße, die aus 30 Metern oder weniger ausgeführt werden, werden direkt aufs Tor geschossen und haben eine 50%ige Chance zum Tor zu führen. Strafstöße aus der Mitte des Spielfeldes werden wie normale Pässe behandelt. Ziel ist, in Torschussnähe zu kommen und dann in Folge gelernter Techniken, Überlegungen und anderen Methoden kräftig „draufzuknallen“.

Eckbälle

Gegenwärtig: Wenn Eckball gepfiffen wird, geht ein Raunen durch die Menge. Man hofft, dass hohe Flanken zum Tor führen. Schätzungsweise, einer von sieben Versuchen resultiert in einem Kopfballtor. Vor dem Eckball, um sich in Position zu bringen, gibt es ein wildes Gedrängel und Gehschubse. Die Verteidiger versuchen „ihren“ Mann zu decken, was wenig Sinn macht.

Powerfußball: Eckbälle werden wie Pässe behandelt. Die eigenen Spieler stehen breit gefächert in Tornähe. Die Pässe werden flach, hart und genau zu demjenigen Mitspieler gespielt, der in bester Schussposition steht. Auf diese Weise sollte mindestens jeder dritte Eckball zu einem Tor führen.

Einwürfe

Gegenwärtig: Die Spieler lassen sich Zeit beim Einwurf Zeit. Der erste Fehler. In vielen Vereinen ist ein Spieler für die Einwürfe verantwortlich. Der zweite Fehler. So hat der Gegner genügend Zeit, die eigene Abwehr bestens zu organisieren. Auch werden die meisten Einwürfe auf den Kopf der Mitspieler geleitet, der ihn dann mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem Hinterkopf an den Gegner weiterleitet. Lauter Fehler!

Powerfußball: Einwürfe werden blitzschnell von dem Spieler, der dem Ball am nächsten steht, ausgeführt. Der Gegner hat keine Zeit sich zu reorganisieren. Der Ball wird so in den Lauf des Mitspielers geworfen, dass er ihn im one-touch weiterleiten kann.

Torwart

Gegenwärtig: Der Torwart hütet das Tor. Hält er einen Ball, drückt er ihn an seinen Körper und sieht sich um, während er noch auf dem Boden liegt. Fühlt er sich nicht bedroht, geht er mit dem Ball langsam zur 16-Metergrenze, sieht sich das Spielfeld an, winkt den Spielern zu, sie sollten nach vorn gehen, und schießt den Ball dann hoch in den gegnerischen Strafraum, meist direkt zum Gegner, denn die eigenen Spieler, die mit dem Rücken zum gegnerischen Tor stehen, können, im Gegensatz zum Gegner, den Ball nicht richtig verwerten.

Powerfußball: Der Torwart fängt den Ball und läuft blitzschnell zur Strafraumgrenze.  Er wirft den Ball mit Geschick flach in den Lauf desjenigen Mitspielers, der die beste Gelegenheit hat, den Ball zum Torschuss weiterzuleiten.  Anders ausgedrückt, im Powerfußball hat der Torhüter eine Doppelfunktion: er verhindert Tore, er leitet aber auch Tore ein, denn von allen Spielern hat er die beste Übersicht. Diese Doppelfunktion macht den Torwart zu einem wertvollen Mitspieler.

Dribbeln

Gegenwärtig: Der Spieler bekommt den Ball zugespielt.  Er sieht, bei flachen Bällen, runter und bekommt ihn unter Kontrolle  Dann guckt er hoch und sieht sich um. Sieht er keine Anspielstation, guckt er wieder nach unten und läuft mit dem Ball. Wird er angegriffen, versucht er den Gegner zu umdribbeln.  Kommt ein zweiter, versucht er es wieder. Beim dritten Gegner verliert er meist den Ball. Er hat nichts erreicht.

Powerfußball: Dribbeln ist die langsamste Art, den Ball zu bewegen. Im Powerfußball gibt es kein Dribbeln, auch keine Ballannahme, denn beide Arten verschwenden Zeit. Der Ball wird im one-touch weitergespielt, und zwar an den Mitspieler, der am günstigsten zum Tor des Gegners steht, der also mit der höchsten Wahrscheinlichkeit ein Tor erzielen kann.

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